Ortsteil Schlatzendorf

Dem weiteren Verlauf des Pfahles gegen Südosten folgend, breitet sich dort, wo der Quarzriff des Pfahles sich zu monumentalsten Formen ausprägt, die Stadt Viechtach aus.

Verläßt man die Stadt Viechtach und folgt der Fernverkehrsstraße (B 85) gegen Regen, so grenzt gleich die frühere Gemeinde Schlatzendorf an. Zu beiden Seiten der kurvenreichen Strecke breitet sich der Ortsteil Unter-Schlatzendorf, während man über die Hafnerhöhe zum oberen Teil des Dorfes, also nach Ober-Schlatzendorf, gelangt, der sich zu beiden Seiten des Pfahles erstreckt. Auch dieser Ort läßt ein hohes Alter erkennen. Der Heimatforscher Anton Trellinger findet ihn erstmals im Jahre 1274 erwähnt. Im zweiten herzoglichen Salbuch tritt der Ort unter dem Namen Slachsendorf auf und umfasst vier Güter. Es handelte sich also vermutlich um die Siedlung eines Salacho.


Eines der ältesten Anwesen in Schlatzendorf ist der sogenannte Steinbauernhof, der bereits 1664 erwähnt wird. Gegenüber dem Steinbauernhof steht an der Straße eine Steinsäule, in die eine Blechtafel eingelassen ist, auf welcher oben in einer Ecke die Mutter Gottes abgebildet ist. Unter ihr sieht man eine Herde Schafe (Pferde, Rinder). Wahrscheinlich wurde die Säule während des Herrschens einer Viehseuche gesetzt. Das Bildchen wurde in letzter Zeit erneuert.

Die Gemeindeflur, die entlegenen Höfe, Weiler und Ortschaften geben manchen Einblick in die graue Vergangenheit. Die an der Hauptstraße, ungefähr eine Viertelstunde von Unter-Schlatzendorf entfernt liegende Einöde Stockhof legt in ihrem Namen von den einstigen Rodungsarbeiten Zeugnis ab. Wahrscheinlich sind dereinst bei den Rodungsarbeiten Stöcke stehen geblieben, die dem erstehenden Hof den Namen gaben. Dem Weg weiter folgend liegt rechts der Straße in dem sich weitenden Tal der Aitnach die Reibenmühle oder Egermühle (Mühle und Sägewerk), die bereits auf der Apianschen Landkarte aus der Zeit um 1560 erscheint. Die Aitnach bekommt hier noch in ihrem Unterlauf das Wasser zweier Nebenbächlein. Es sind der Schweinbergerbach und der Hofbach.

491 m hoch liegt links von der Straße gegen Ayrhof der Weiler Zießelsberg (Ziselsberg), der auf ein sehr hohes Alter zurückblicken kann. 1160 erscheint bereits in einer Urkunde ein Wolfram de Zistansperg und noch 1601 saß ein Hans Zitzleinsperger auf diesem Hof.

Unweit von diesem Hof liegt an der Nordwestseite des 655 m hohen Sattelberges Irlach, das seinen Namen sicher von Erlengebüsch herleitet und früher auch Aetzleinstorf hieß. Etwas südlich davon liegt der Weiler Harnberg, früher auch Haimesperg oder Hagenberg genannt. Selbst heute wird der Weiler noch im Volksmund Haimberg bezeichnet. Trellinger vermutet seinen Ursprung ziemlich weit im Mittelalter.

Mehr über die Geschichte von Schlatzendorf, die Leute und das Vereinsleben erfahren sie auf der Internetseite der Ortschaft Schlatzendorf.